Wo Frauen kalte Füße bekommen

Eine Reportage vom Ansbacher Weihnachtsmarkt

Keine der kleinen Buden sticht besonders heraus, viele gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Dicht an dicht reihen sich abwechselnd Imbissstände und Verkaufshütten auf dem Ansbacher Weihnachtsmarkt. Ein auffallend interessierter Blick einer koketten Verkäuferin verführt den Besucher zum Nähertreten. Dabei paart sich der Duft von leicht angebrannten Zwiebeln mit dem allvertrauten Geruch von Glühwein.
Carmen hat bereits einige Male für den Stand Nummer 19 gearbeitet, der neben den typischen Bratwürsten unter anderem Käsespätzle mit Röstzwiebeln und einige vegetarische Snacks anbietet. Das Zischen der Zutaten in der heißen Pfanne durchbricht das allgemeine Tuscheln der wenigen anderen Verkäufer. Es ist knapp drei Uhr nachmittags, der Martin Luther Platz ist gähnend leer.
Die 31-jährige hinter der Theke schmeißt den Laden um diese Zeit noch alleine. Trotz all der verschiedenen Geräte, die bedient werden möchten, lächelt sie den vorbeipilgernden freundlich zu.
Zum Ärger vieler Budenbetreiber sind die Öffnungszeiten der Geschäfte vertraglich vorgeschrieben. Bereits am Vormittag müssen diese Verkaufsbereit sein, obwohl dann fast keine Kunden da sind. Auch die Preise werden vom Veranstalter des Marktes vorgeschrieben.
Die meisten Kunden bestellen jetzt Kinderpunsch. Das recht süße Getränk ist auch das einzige, was Carmen heute trinkt. Etwas „mit Schuss“ ist während der Arbeit tabu.
Und dann geht der Grill aus. Die große Gasflasche unter dem Herd ist leer, eine neue muss her. Schnell ist ein Helfer vom Stand nebenan zur Stelle um diese tauschen. Eine gute Gelegenheit um ein paar freundschaftliche Worte zu wechseln.

Und tatsächlich kommt genau in diesem Moment ein Kunde, der eine „Lange“ bestellt. Allerdings ist das Problem schnell gelöst und etwa 300 Kalorien wandern über den Tresen. Das passiert dann so lange bis die Füße abends um acht Uhr dann richtig kalt sind.